Wir trauern um Alexander Häusler
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Alexander Häusler.
Alexander Häusler hat die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und der extremen Rechten in Nordrhein-Westfalen über Jahrzehnte geprägt. Als Sozialwissenschaftler am Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus (FORENA) der Hochschule Düsseldorf hat er Entwicklungen und Dynamiken der extremen Rechten früh erkannt, kritisch analysiert und öffentlich eingeordnet. Dabei war er nicht nur ein scharfsinniger Wissenschaftler, sondern ein überzeugter Antifaschist und leidenschaftlicher Kämpfer für eine offene und solidarische Gesellschaft.
Auch für unsere Arbeit in der Opferberatung Rheinland war seine Expertise von großer Bedeutung. Seine Analysen haben dazu beigetragen, rechte und rassistische Gewalt nicht als isolierte Einzelfälle zu betrachten, sondern ihre gesellschaftlichen Ursachen und die dahinterstehenden Ideologien sichtbar zu machen. Dabei war es ihm wichtig, die Perspektiven von Menschen, die von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt betroffen sind, ernst zu nehmen und ihre Erfahrungen in die gesellschaftliche Auseinandersetzung einzubeziehen.
Alexander Häusler verstand Wissenschaft und gesellschaftliches Engagement nicht als voneinander getrennte Bereiche. Sein Wissen und seine Analysen stellte er zur Verfügung, um zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken und die Auseinandersetzung mit der extremen Rechten voranzubringen. Er unterstützte Initiativen und Beratungsstrukturen, brachte sich in Netzwerke ein und war ein verlässlicher und solidarischer Verbündeter im gemeinsamen Einsatz gegen Rechtsextremismus und für eine solidarische Gesellschaft.
Dabei war seine Unterstützung nie unkritisch. Alexander Häusler stellte Fragen, forderte begriffliche und analytische Präzision ein und scheute sich nicht vor einer kritischen Selbstreflexion. Gerade diese Verbindung aus Solidarität, fachlicher Klarheit und kritischer Haltung machte seine Arbeit so wertvoll. Er war überzeugt davon, dass eine starke Zivilgesellschaft Menschen braucht, die sich einmischen, Verantwortung übernehmen und der extremen Rechten entschieden entgegentreten.
Wir werden Alexander Häusler als engagierten Wissenschaftler, überzeugten Antifaschisten und solidarischen Verbündeten in Erinnerung behalten. Als jemanden, der sein Wissen nicht nur zur Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen eingesetzt hat, sondern immer auch mit dem Anspruch, daraus Handlungsmöglichkeiten für eine demokratische und solidarische Gesellschaft zu gewinnen.
Sein Tod hinterlässt eine große Lücke – in der Wissenschaft, in der Zivilgesellschaft und in der gemeinsamen Arbeit gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Gerade in einer Zeit, in der (extrem) rechte, rassistische, antisemitische und menschenfeindliche Positionen zunehmend normalisiert werden, wird seine Stimme fehlen.
Was bleibt, sind seine Analysen, seine Arbeit und die vielen Menschen und Initiativen, die er mit seinem Wissen, seiner Klarheit und seiner Solidarität unterstützt und geprägt hat.
Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen, Freund*innen, Kolleg*innen und Wegbegleiter*innen.
Wir werden Alexander Häusler und seine Arbeit in dankbarer Erinnerung behalten.
Das Team der Opferberatung Rheinland

