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Projekt re:act - Bildung und Vermittlung zur Stärkung geflüchteter Menschen und Unterstützer_innen im Umgang mit rassistischen oder rechten Gewalterfahrungen

Rassistisch motivierte Gewalt gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte haben in NRW erheblich zugenommen. Im Zuge der rechten Stimmungsmache und weit verbreiteten rassistischen Ressentiments erreichte die Anzahl der Straftaten gegen Geflüchtete, ihre Unterkünfte sowie gegen Unterstützer_innen laut offiziellen Angaben im Jahr 2016 mit 501 registrierten Straftaten einen traurigen Höhepunkt. Rechte Gruppen und Einzeltäter_innen griffen viele Geflüchtete im Umfeld ihrer Unterkunft oder auf offener Straße körperlich an und verletzten sie zum Teil erheblich. Hinzu kamen zahlreiche Brandanschläge und massive Sachbeschädigungen auf geplante oder bewohnte Einrichtungen für Geflüchtete. Von dieser Gewalt waren 2016 nach Recherchen der Opferberatung Rheinland (OBR) mindestens 190 Menschen in NRW direkt betroffen, darunter auch mehrere Kinder. Gewalterfahrungen haben Ohnmachtsgefühle und Handlungsunsicherheiten für die Betroffenen zur Folge. Sie führen zu Angsträumen im öffentlichen Raum und verstärken gesellschaftliche Ausgrenzungserfahrungen. Hinzu kommen für Geflüchtete besondere Problemlagen wie eine unsichere Bleibeperspektive, fehlende soziale Netzwerke und Ressourcen oder eine vorangegangene Traumatisierung.

Das Projekt re:act möchte das Ausmaß der Gewalt im Kontext Flucht in der Öffentlichkeit sichtbarer machen und Fachkräfte sowie Ehrenamtliche in ihrer Rolle als Multiplikator_innen für das Themenfeld sensibilisieren. Dabei steht die Betroffenenperspektive im Vordergrund. Um Handlungssicherheit für Menschen im Umfeld der Betroffenen zu erlangen und solidarische Unterstützung im Einzelfall anzuregen, bieten wir Workshops und Informationsveranstaltungen für Multiplikator_innen an. Die Bildungsveranstaltungen machen auf Viktimisierungsprozesse aufmerksam, informieren über Opferrechte und erarbeiten Handlungsmöglichkeiten nach rassistischen und rechten Angriffen.

Gleichzeitig richtet sich das Projekt an Geflüchtete. Selbst wenn sie (bisher) nicht persönlich betroffen waren, entwickeln sie häufig Ängste, weil sie aus den Medien oder aus ihrem Bekanntenkreis von solchen Übergriffen erfahren. Sie sind daher gezwungen, sich mit Rassismus, möglichen Bedrohungen und Gewalt auseinanderzusetzen. Dieser „Lernprozess“ verläuft häufig „ohne Worte“: Nicht nur die neue Sprache muss gelernt werden, auch die unbekannte Situation muss erkannt, gedeutet und benannt werden. Das Projekt re:act möchte einen Beitrag leisten, damit sie ihre Sorgen und Ängste und möglicherweise die eigene direkte Betroffenheit artikulieren können. Darüber hinaus bietet es konkrete Informationen über Verhaltensempfehlungen, Rechte und mögliche Anlaufstellen für den Fall eines rassistischen Übergriffs.

Die Formate der Veranstaltungen richten sich nach den Bedarfen der jeweiligen Gruppe oder Einrichtung. Zielgruppen sind Geflüchtete, Fachkräfte aus Unterkünften, Beratungsstellen und Institutionen sowie ehrenamtlich Engagierte und Initiativen, die mit geflüchteten Menschen arbeiten.

Kommen Sie gerne auf uns zu und fragen nach passenden Angeboten. Bei Interesse stellen wir Ihnen dazu auch gerne Informationsmaterialien bereit. Wir freuen uns, in einem Gespräch zusammen mit Ihnen die zeitlich und inhaltlich geeignetste Form eines Workshops für Sie und Ihre Einrichtung zu finden.


Den Projektflyer können Sie hier herunterladen.

 

Anfragen und Anregungen an

Kawthar El-Qasem
Projekt re:act
Bildung und Vermittlung zur Stärkung geflüchteter Menschen und Unterstützer_innen nach rassistischen oder rechten Gewalterfahrungen

OBR - Opferberatung Rheinland
Tel: 02 11 / 15 92 55-62
kawthar.el-qasem(at)opferberatung-rheinland.de

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