Chronik der Gewalt

Wir dokumentieren nachfolgend rechte, rassistische und antisemitische Gewalt, Bedrohungen und Einschüchterungsversuche in NRW. Die Liste beruht ausschließlich auf öffentlich zugängliche Meldungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Ein 49-jähriger Mann wurde am Freitagabend im Dortmunder Hauptbahnhof von einem Passanten antisemitisch beleidigt und mit einer abgeschlagenen Glasflasche angegriffen. Er konnte den Angriff abwehren und den Angreifer zu Boden bringen. Laut alarmierter Polizei sei der 49-Jährige äußerlich nicht als Jude erkennbar gewesen. Gegen den Tatverdächtigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Volksverhetzung eingeleitet.

wz.de v. 5.10.20

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindt hat erneut eine Morddrohung einer rechten Gruppe erhalten. Die Nachricht enthält massive muslimfeindliche und rassistische Parolen. Der Abgeordnete, der bereits zuvor Morddrohungen erhalten hat, veröffentlichte die rechte Mail via Twitter und machte unmissverständlich klar, dass er sich nicht einschüchtern lasse.

trtdeutsch.com v. 3.10.20

Im Stadtteil Bockum wurden in der Nacht zwei Autos von Flüchtlings-Aktivist*innen angezündet. Da an einem der hintereinander geparkten Autos ein Aufkleber der Seebrücke-Bewegung angebracht war, prüft die Polizei einen politischen Hintergrund des Brandanschlages. Die Betroffenen vermuten einen rechten Tathintergrund, der sich gegen ihren Einsatz für die Menschenrechte richtet. In den Wochen zuvor gab es im Umfeld immer wieder rechte Schmierereien im öffentlichen Raum. Die Täter sind in allen Fällen noch unbekannt.

rp-online.de v. 30.10.20, tagesspiegel.de v. 5.10.20

In der Nacht zu Sonntag wurden zwei Passanten von einer Gruppe Rechtsextremer, die alkoholisiert und Naziparolen grölend durch die Stadt zogen, angegriffen. Die zwei angegriffenen Männer (41 und 62 Jahre) wurden im Abstand von nur wenigen Minuten attackiert, gestoßen und getreten. Beide wurden leicht verletzt. Aufgrund präziser Zeugenaussagen ermittelte die Polizei mehrere Tatverdächtige. Gegen die Beschuldigten wird wegen des Verdachts der Volksverhetzung, der Sachbeschädigung und der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.

rp-online.de u. spiegel.de v. 22.9.20

In einem Intercity zwischen Hamm und Dortmund wurde ein 26-Jähriger aus Heidelberg angegriffen, der einen Mitreisenden zur Rede stellte, weil dieser sich in einem lautstarken Telefonat mehrfach rassistisch äußerte. Der Angreifer schlug – mit einem eingeklappten Messer in der Hand – auf den 26-Jährigen ein, der leicht verletzt wurde. Bei dem Angreifer soll es sich um einen polizeibekannten Gelsenkirchener (ebenfalls 26 Jahre) handeln. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren u. a. wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

PM Polizei u. rundblick-unna.de v. 8.9.20

Ein Sprecher des Schulaufklärungsprojektes SCHLAU NRW wurde am Freitagabend in der Nähe seiner Wohnung von einer Gruppe Jugendlicher brutal angegriffen und verletzt. Die sechs bis sieben Jugendlichen pöbelten ihn erst schwulenfeindlich an, stürmten dann auf ihn los und schlugen ihm ins Gesicht. Nur durch das Eingreifen einer Passantin – so der Angegriffene – konnte Schlimmeres verhindert werden. Nachbar*innen bestätigten ihm, dass diese Gruppe öfter durch rassistische, sexistische und homophobe Sprüche aufgefallen sei.

queer.de v. 6.9.20, mannschaft.com v.7.9.20

Ein 57-jähriger Mann, der mit seiner Ehefrau zu Fuß in der Innenstadt unterwegs war, wurde gegen 19 Uhr von einer entgegenkommenden Gruppe rassistisch beleidigt und geschlagen. Bei der Gruppe handelte es sich um ca. acht Personen. Drei Männer dieser Gruppe schlugen auf den 57-Jährigen ein, der leicht verletzt wurde. Als die Ehefrau und Zeug*innen versuchten schlichtend einzugreifen, entfernten sich die Angreifer. Aufgrund präziser Zeugenaussagen konnten noch am Abend drei Männer im Alter von 49, 50 und 53 Jahren aus Essen als Tatverdächtige ermittelt werden.

PM Polizei v. 31.8.20

Zwei muslimische Frauen (17 und 43 Jahre) wurden am Sonntagvormittag auf dem Bonner Nordfriedhof angegriffen. Ein zunächst unbekanntes Paar machte sich über die zwei auf dem muslimischen Gräberfeld betenden Frauen lustig. Als die 43-Jährige das Paar zur Rede stellen wollte wurde sie rassistisch beleidigt und körperlich angegriffen. Der Mann habe das Eingangstor gegen sie getreten und sie gepackt und geschüttelt – so die Angegriffene, die zum Glück unverletzt blieb. Nachdem die Polizei öffentlich mit einem Foto der Tatverdächtigen fahndete, meldeten sich ein 58-jähriger Mann und eine 60-jährige Frau. Die Ermittlungen dauern an.

ga.de v. 2. u. 5.10.20

Das Autonome Zentrum (AZ) Aachen verweist in einer Stellungnahme auf mehrere Sachbeschädigungen und zahlreiche Bedrohungen und Angriffsversuche durch Neonazis. So wurde am 19. August – zeitgleich zu einer Gedenkveranstaltung für die Toten von Hanau – die Eingangstür des AZ beschädigt. Nach weiteren Sachbeschädigungen in den folgenden Tagen wurde am 23. August das Kürzel der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) an die Tür geschmiert – an diesem Tag jährte sich das Verbot der KAL zum achten Mal.

PM AZ v. 27.8.20

In der Nacht zu Montag wurde ein 28-jähriger Mann, der in Bielefeld Freunde besuchte, in einem Park von einer fünfköpfigen Gruppe junger Männer erst rassistisch und homofeindlich beleidigt und dann geschlagen und getreten. Der Angegriffene erlitt Gesichtsverletzungen und Prellungen am ganzen Körper. Der polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen in dem Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Twitter.com Antifainfo Bielefeld v. 17.8.20 u. PM Polizei v. 20.8.20

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Rommerskirchen ein Brandanschlag verübt. Zum Glück konnten alle Bewohner*innen unverletzt aus dem Haus flüchten. Durch das offenbar in einem Container gelegte Feuer wurden die Räumlichkeiten unbewohnbar. Tatverdächtigt wird ein 21-Jähriger, der sich zuvor mit einer Bewohnerin des Hauses gestritten, diese bedroht und rassistisch beleidigt hatte.

PM Polizei u. wz.de v. 17.8.20

Ein 28-Jähriger wurde am Samstag beim Einkaufen zunächst von einem Mann unvermittelt wegen seiner schwarzen Hautfarbe beschimpft und beleidigt. Auf dem Weg nach Hause wurde er dann von diesem Mann, der in Begleitung weiterer Personen war, mit einem Schlagstock angegriffen. Dabei wurde ihm – neben Knieverletzungen – der linke Unterarm gebrochen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem Angreifer um einen in der Nachbarschaft lebenden 23-jährigen Mann.

westfalen-blatt.de v. 3.10.20, nw.de v. 7.10.20

Zwei Schwarze wurden am frühen Abend in Erkelenz rassistisch beleidigt, angegriffen und leicht verletzt. Die beiden jungen Männer (23 und 26 Jahre) wurden von einer fünf- bis siebenköpfigen Gruppe erst bedrängt und beleidigt. Als sie versuchten, sich der Situation zu entziehen, wurden sie körperlich attackiert. In Tatortnähe nahm die Polizei zwei tatverdächtige Erkelenzer im Alter von 21 und 23 Jahren vorläufig fest.

PM Polizei v. 7.8.20

Ein schwarzer Essener wurde am Abend von zwei Männern attackiert und mehrfach rassistisch beleidigt. Eine Zeugin rief den Notruf als sie beobachtete, wie zwei Männer dem 24-Jährigen hinterherliefen und beleidigten. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf und sucht nach den 35 bis 40 Jahre alten Angreifern,

PM Polizei v. 3.8.20

In der Nacht haben Unbekannte versucht, die Schaufensterscheibe einer Flüchtlingsberatungsstelle in Oberhausen einzuschlagen. Dabei ging aber nur die äußere Scheibe der Doppelverglasung zu Bruch. Da sich hinter der Scheibe eine Zeichnung befand, schließt die Polizei einen „fremdenfeindlichen“ Hintergrund nicht aus und schaltete den polizeilichen Staatsschutz ein.

PM Polizei v. 24.7.20 u. ruhr24.de v. 25.7.20

Auf das Auto eines Kioskbesitzers in Köln wurde am frühen Morgen ein mutmaßlich rassistisch motivierter Brandanschlag verübt. Die Tat wurde durch eine Videokamera aufgezeichnet und zeigt einen älteren Mann, der das neben dem Kiosk parkende Auto in Brand setzt. Der Tatverdächtige ist ein ehemaliger Kunde, dem Hausverbot erteilt worden war und der mehrfach durch rassistische Sprüche und Drohungen aufgefallen sein soll. Gegen den polizeibekannten Mann wurde ein Strafverfahren wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung eingeleitet.

express.de v. 23.7.20 u. perspektive-online.net v. 11.8.20

Am Abend wurde ein 41-jähriger Autofahrer in Bonn von einem Radfahrer erst rassistisch beleidigt. Danach soll der Angreifer mit einer Schraubzwinge nach der 24-jährigen Beifahrerin geschlagen und das Auto beschädigt haben. Zur Identifizierung des Tatverdächtigen veröffentlichten die Ermittlungsbehörden im August ein Fahndungsfoto. Daraufhin meldete sich der gesuchte Radfahrer bei der Polizei.

PM Polizei u. ksta.de v. 27.8.20

Nach Informationen eines Rechtsanwaltes wurden am Morgen eine junge schwarze Wuppertalerin und ihr einjähriges Kind bei dem Besuch einer Familie in Düsseldorf-Rath angegriffen. Die junge Frau wurde im Hausflur von einer Bewohnerin massiv rassistisch beschimpft und körperlich angegriffen. Sie hatte ihr Baby auf dem Rücken geschnallt und wurde erst mit dem Rücken gegen die Wand geschubst. Dann wurde ihr Baby gezielt und so massiv mit Pfefferspray besprüht, dass ein Krankenwagen gerufen werden musste. Die Angreiferin soll zuvor bereits mehrmals andere Hausbewohner*innen rassistisch attackiert haben.

Twitter.com/Blaise-Francis5 v. 17.7.20

Gegen Mittag wurde ein 21-Jähriger in der Innenstadt auf offener Straße angegriffen. Zwei unbekannte Männer pöbelten ihn mit rassistischen Sprüchen an und schlugen ihm so massiv auf den Hinterkopf, dass er zu Boden fiel. Er musste sich aufgrund seiner Verletzungen im Krankenhaus ambulant behandeln lassen. Von dort informierte er die Polizei. Die Angreifer hatten nach der Tat unerkannt flüchten können

derwesten.de u. come-on.de v. 17.6.20

Drei junge Männer im Alter von 25, 26 und 27 Jahren wurden in der Nacht an einer Tankstelle rassistisch beschimpft und mit einer Waffe bedroht. Sie alarmierten die Polizei, die den 34-jährigen Angreifer noch in der Nähe des Tatortes festnehmen konnte. Bei der Waffe, so stellte sich heraus, handelte es sich um eine täuschend echt aussehende Gaspistole. Der Angreifer war der Polizei bereits wegen anderer Gewaltdelikte und rassistischer Beleidigungen bekannt. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden mehrere Waffen und rechtsextremes Propagandamaterial sichergestellt.

Radio Essen u. lokalkompass.de v. 17.6.20

Nach einem Gruß zum Zuckerfest auf seiner Facebook-Seite hat der Wuppertaler SPD-Politiker Helge Lindh eine Morddrohung aus dem rechtsextremen Spektrum erhalten. Der Bundestagsabgeordnete informierte die zuständigen Stellen im Bundeskriminalamt und den Staatsschutz der Polizei NRW und positionierte sich in einer Pressemitteilung deutlich gegen die Bedrohungen. Bereits zuvor habe er einmal infolge einer Bundestagsrede gegen rechte Plattformen eine Welle von hasserfüllten Nachrichten und persönlichen Anrufen erlebt.

wz.de v. 27.5.20, wuppertaler-rundschau.de v. 30.5.20

In der Nacht zu Samstag wurde ein kleinwüchsiger Kurde in der Dortmunder Innenstadt getötet. Der nur 1,42 Meter große 43-Jährige wurde von einem mutmaßlichen Anhänger der türkisch-rechtsextremen Organisation „Graue Wölfe“ angegriffen. Laut Aussage eines Zeugen habe der Angreifer mehrfach auf den Mann eingetreten, auch als dieser bereits auf dem Boden lag. Der 43-Jährige verstarb noch am Tatort. Der Bruder des Getöteten berichtete, dass der Täter seinen Bruder wegen dessen Kleinwüchsigkeit des Öfteren schikaniert habe. Im Zuge ihrer Ermittlungen will die Staatsanwaltschaft klären, welche Motive der Tat zugrunde lagen

jungewelt.de u. derwesten.de v. 20.5.20

In der Nacht zu Samstag bewarfen Unbekannte eine Moschee der DITIB in Köln-Chorweiler und ein Verwaltungsgebäude der DITIB in Köln-Ehrenfeld mit Steinen. Mehrere Fensterscheiben und die Glasscheibe einer Eingangstür wurden beschädigt. Aufnahmen der Videokamera der Moschee in Chorweiler zeigen zwei Männer, die den Eingangsbereich mit Steinen bewerfen, einer der Angreifer soll die Tat mit dem Smartphone gefilmt haben.

chorweiler-panorama.de v. 9.5.20, ksta.de v. 12.5.20

Zwei Journalisten des WDR wurden am Samstag bei einer nicht erlaubten Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in der Dortmunder Innenstadt angegriffen. Ein stadtbekannter Rechtsextremist schlug einem der WDR-Reporter die Videokamera aus der Hand, die daraufhin den Kollegen des Reporters am Kopf traf und diesen leicht verletzte. Der 23-jährige Angreifer wurde von der Polizei festgenommen und abgeführt. Die beiden Journalisten erstatteten Anzeige.

djv-nrw.de v. 10.5.20, kurt.digital v. 13.5.20

Ein 45-jähriger Dortmunder, der am Sonntagvormittag Geld an einem Bankautomaten abheben wollte, wurde in der Filiale von einem Mann rassistisch beleidigt und mit einem Messer bedroht. Der Angreifer forderte Bargeld und es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Als eine Zeugin einschritt, flüchtete der Angreifer ohne Beute. Der 45-Jährige blieb zum Glück unverletzt.

PM Polizei v. 4.5.20

Unbekannte verübten einen Brandanschlag auf ein ehemaliges Kurheim, in dem demnächst Geflüchtete untergebracht werden sollten, die besonders durch das Coronavirus gefährdet sind. An der Eingangstür hinterließen sie den Schriftzug „Keine Asylanten“. Die alarmierte Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen, so dass nur geringer Sachschaden am Gebäude entstand. Die Ermittlungsbehörden gehen von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

PM Polizei u. lz.de v. 14.4.20

Gegen sechs Uhr am Donnerstagmorgen wurde die Feuerwehr wegen eines Brandes im alten Bahnhofsgebäude alarmiert, das als kommunale Unterkunft für Geflüchtete in Olpe dient. Ein 75-jähriger Mieter musste zunächst vor Ort versorgt und anschließend leichtverletzt mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die fünf im Gebäude wohnenden jungen Geflüchteten blieben unverletzt. Der Brand war nach ca. drei Stunden gelöscht. Brandermittler gehen von einer Brandstiftung aus. Der Hagener polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen ist.

PM Polizei u. siegener-zeitung.de v. 9.4.20

Die Kreissprecherin der oberbergischen Linken erhielt eine Morddrohung per Post. Der handgeschriebene Brief wurde an ihre Privatadresse geschickt und war aufgrund der verwendeten Kürzel und Bezüge zum sog. NSU eindeutig der rechtsextremen Szene zuzuordnen. Bei der Polizei wurde Anzeige erstattet.

oberberg-aktuell.de v. 13./19.3.20

Am Donnerstagabend wurde eine 20-jährige Muslimin von einem unbekannten älteren Mann islamfeindlich beleidigt und bespuckt. Der Unbekannte soll zudem versucht haben, der Studentin das Kopftuch herunterzureißen. Die junge Frau war nach einer Veranstaltung auf dem Weg zu ihrem Auto, als der Angreifer ihr den Weg zum Auto versperrte und sie nicht durchlassen wollte. Sie erstattete Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung.

islamiq.de v. 6.3.20

Am frühen Sonntagabend wurden ein 40-jähriger Mann und sein 17 Jahre alter Sohn Im Südostviertel erst rassistisch beleidigt und dann körperlich angegriffen. Der 22-jährige Täter schlug unvermittelt mit Fäusten auf den Vater ein, auch als dieser schon am Boden lag. Als der Sohn seinem Vater helfen wollte, wurde er ebenfalls von dem Angreifer verletzt. Aufmerksame Passanten eilten den beiden zu Hilfe und konnten die Gewalt stoppen. Vater und Sohn mussten im Krankenhaus ambulant behandelt werden.

1.wdr.de v. 2.3.20 u. radioessen.de v. 3.3.20

Auf eine kommunale Unterkunft für Geflüchtete wurde ein Brandanschlag verübt. In der Nacht gegen 3:50 Uhr entdeckten Bewohner*innen ein Feuer vor einem Fenster der Einrichtung. Die Bewohner*innen konnten das Feuer löschen. Ein 43-Jähriger erlitt dabei leichte Brandverletzungen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und schaltete den polizeilichen Staatsschutz wegen eines möglichen politischen Tathintergrundes ein.

PM Polizei u. wa.de v. 19.2.20

Ein 57-jähriger Mann, der am frühen Abend mit seiner Freundin in Soest spazieren ging, wurde von einem Unbekannten wegen seiner vermeintlichen Herkunft erst verbal attackiert und dann mit einem Totschläger bedroht. Nach den rassistischen Sprüchen versuchte der Angegriffene die Situation mit einem Scherz zu entspannen. Daraufhin holte der etwa 20 bis 25 Jahre alte Angreifer einen Totschläger hervor und wedelte damit herum. Der Begleiter des Angreifers beruhigte ihn. Beide Männer entfernten sich daraufhin unerkannt.

PM Polizei u. soester-anzeiger.de v. 17.2.20

Eine Zwölfjährige, die am Abend gemeinsam mit ihrer Mutter auf dem Bahnhof ausgestiegen war, stieß auf dem Bahnsteig aus Versehen mit dem Fuß gegen den Kinderwagen einer Frau, die in Begleitung einer weiteren Frau war. Daraufhin schubste eine der Frauen das Mädchen und beide Frauen beleidigten das Kind rassistisch.

PM Polizei v. 17.2.20

Am Mittwoch und Donnerstag erhielten Moscheen in Essen, Hagen, Unna und Bielefeld über E-Mails Bombendrohungen.  Dabei soll es sich um inhaltlich ähnliche Drohungen mit rechtsextremen und islamfeindlichen Hintergrund gehandelt haben. In allen vier Fällen wurden die Gebäude weiträumig abgesperrt und mit Spürhunden durchsucht. Verdächtiges wurde nicht gefunden. Angesichts der Vielzahl von Drohungen gegen Moscheen auch im letzten Jahr mahnten Islamverbände und mehrere Politiker*innen mehr Schutz sowie mehr Engagement gegen Islamfeindlichkeit an.

ksta.de u. tagesspiegel.de v. 13.2.20, domradio.de v. 15.2.20

Ein 48-jähriger Bottroper wurde am Mittag auf dem Vorplatz des Essener Hauptbahnhofs von einem 39-Jährigen erst rassistisch beleidigt und dann mit einem Küchenmesser bedroht. Nachdem der Bottroper beruhigend auf den Angreifer einzureden versucht hatte, entfernte sich der Angreifer in Richtung Hauptbahnhof, wo er schließlich von der Bundespolizei in Gewahrsam genommen wurde.

Waz.de v. 31.1.20

Ein Schwarzer wurde in der Nacht am Essener Hauptbahnhof von zwei Männern erst aus dem Zug gestoßen und dann rassistisch beleidigt und mit Faustschlägen verletzt. Der Angriff auf den 29-Jährigen wurde erst im August öffentlich bekannt als die Polizei mit einem Foto nach den Tätern fahndete. Die Tat war von einer Videokamera gefilmt worden. Die Fotos zeigen zwei Männer mit Fanschals von Fußballvereinen, die am Tag zuvor gegeneinander gespielt hatten.

PM Polizei v. 5.8.20, express.de v. 6.8.20

Ein Mitglied der Linken im Euskirchener Kreistag wurde am Mittwochabend in einer Sprachnachricht über den Messangerdienst WhatsApp mit dem Tode bedroht. Mit künstlich verzerrter Stimme wurde darin von einer NS-Zukunft in Deutschland fantasiert und Beleidigungen und Morddrohungen ausgestoßen. Der Betroffene war bereits 2015 bedroht worden. Damals wurde ihm eine Todesanzeige mit seinem Namen zugesandt.

ksta.de u. landespressedienst.de v. 23.1.20

Nach einer Demonstration gegen einen rechten Aufmarsch in Essen-Steele und dem nachfolgenden Treffen von „Aufstehen gegen Rassismus“ wurden Teilnehmende auf dem Weg zum S-Bahnhof mehrfach angepöbelt. Am Gleis wurde einer der Teilnehmer gefragt, ob er „links“ sei, was dieser bejahte. Daraufhin wurde ihm ins Gesicht geschlagen und erklärt, dass er froh sein könne noch so jung zu sein, weil ihm sonst schlimmeres passiert wäre. Der Betroffene erstattete kurz darauf Anzeige wegen Körperverletzung bei der Bundespolizei im Essener Hauptbahnhof.

PM Aufstehen gegen Rassismus v. 21.1.20, waz.de v. 22.1.20

In der Nacht warfen Unbekannte Steine auf eine Moschee in Finnentrop. Dabei gingen mehrere Scheiben zu Bruch und die Fassade wurde beschädigt. Verletzt wurde zum Glück niemand. Die unbekannten Täter flüchteten nach wenigen Augenblicken und konnten trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen der Polizei nicht ermittelt werden.

PM Polizei v. 13.1.20

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