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Chronik der Gewalt

Wir dokumentieren nachfolgend rechte, rassistische und antisemitische Gewalt, Bedrohungen und Einschüchterungsversuche in NRW. Die Liste beruht ausschließlich auf öffentlich zugängliche Meldungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Am späten Freitagabend wurde in der Düsseldorfer Altstadt ein 17-Jähriger, der einen Anstecker mit israelischer Fahne und eine Kippa trug, antisemitisch beleidigt, angerempelt und leicht verletzt. Der Jugendliche erstattete etwa eine Stunde nach dem Angriff Anzeige bei der Polizei. Bei den bislang unbekannten Angreifern handelte es sich um eine etwa zehnköpfige Gruppe junger Männer im Alter von 18 bis 23 Jahren. Der attackierte Jugendliche hat laut Polizei die Männer als "südländisch bzw. nordafrikanisch" beschrieben.

PM Polizei u. Nrz.de v. 16.7.18

Ein 50-jähriger israelischer Hochschulprofessor aus den USA wurde am Mittwochmittag im Bereich des Bonner Hofgarten antisemitisch angegriffen. Ein 20-jähriger Deutscher mit palästinensischen Wurzeln sprach ihn wegen seiner Kippa an, beleidigte ihn, schlug ihm mehrfach die Kippa vom Kopf, schubste und schlug ihn gegen die Schulter und rief, in Deutschland sei es nicht erlaubt, die Kippa zu tragen. Die alarmierte Polizei hielt irrtümlich den Professor für den Täter: Polizisten überwältigten und schlugen ihn. Der tatsächliche Angreifer wurde noch am Mittwoch festgenommen. Er ist der Polizei wegen Gewalt- und Drogendelikten bekannt. Gegen alle am Einsatz beteiligten Beamten wurden...

„Ist das hier eine islamische Praxis?“ – mit dieser provozierenden Frage bedrohte ein 56-Jähriger am Morgen Personal und Patient*innen einer Arztpraxis in Mönchengladbach mit einem großen Steakmesser. Der Angreifer konnte von drei Patienten niedergerungen werden, dabei erlitt einer der Helfer mehrere leichte Schnittwunden, die direkt ambulant versorgt werden konnten. Der Arzt äußerte die Vermutung, dass es sich um einen geplanten islamfeindlich motivierten Angriff gehandelt haben könnte, weil der Angreifer als Vertretungspatient einige Wochen zuvor in der Praxis gewesen sei.

rp-online.de v. 6.7.18

Ein 12-Jähriger aus Bedburg-Hau, der mit seinem Fahrrad unterwegs war, wurde gegen 18:00 Uhr von einem bislang unbekannten Mann getreten und rassistisch beleidigt. Der etwa 20 bis 25 Jahre alte Täter näherte sich von hinten mit einem Rad und trat nach dem Kind, das dadurch vom Fahrrad fiel. Der Unbekannte hielt an, nahm den Rucksack des Jungen und schubste ihn, so dass er erneut zu Boden stürzte. Dann schlug er das Smartphone des Jungen aus dessen Hand und warf es auf den Boden.

PM Polizei u. rp-online.de v. 6.7.18

Ein 28-Jähriger, der mit zwei Stöcken bewaffnet war, drang gegen 14:30 Uhr in eine von irakischen Kurden geführte Shisha-Bar ein und schlug - rassistische Parolen brüllend - wahllos auf Gäste und das Inventar ein. Einem Zeugen zufolge soll er sich zudem als „Nazi“ bezeichnet haben. Gäste versuchten, den Angreifer zu überwältigen. Dabei wurden vier von ihnen verletzt und mussten im Krankenhaus ambulant versorgt werden.

ksta.de v. 5.7.18

Rechtsextreme griffen in Dortmund innerhalb von wenigen Tagen dreimal einen 26-jährigen Juden an. Am Sonntagmittag beschimpften und beleidigten ihn drei polizeibekannte Neonazis aus Dortmund und Schwelm, einen Faustschlag in Richtung seines Kopfes konnte der Betroffene zum Glück abwehren. Am Sonntagabend traf er erneut auf die Gewalttäter, die mehrfach den Hitlergruß zeigten und den Mann antisemitisch beleidigten und bedrohten. Drei Tage zuvor war er am Rande einer Neonazi-Kundgebung von dem 21-Jährigen Neonazi aus Schwelm antisemitisch beleidigt und gestoßen worden.

wn.de v. 25.6.18 u. blog.zeit.de v. 26.6.18

Eine Kommunalpolitikerin, die aufgrund ihres Kopftuches als Muslima erkennbar war, wurde nach einem Verkehrskonflikt zwischen Auto- und Radfahrer rassistisch beleidigt und so massiv geschlagen, dass sie in einer Klinik behandelt werden musste. Auch ein Passant, der der Frau zur Hilfe kam, wurde von dem sich durch eine Überholung offensichtlich bedrängt fühlenden Radfahrer attackiert und leicht verletzt. Die betroffene Autofahrerin hat den Angriff laut Medien als massiven „fremdenfeindlichen“ Angriff erlebt.

waz .de v. 12.6.18

Zum dritten Mal innerhalb eines Monats wurden in Kleve Gedenktafeln zur Erinnerung an die jüdischen NS-Opfer und die jüdische Gemeinde Kleve mit antisemitischen Parolen beschmiert worden. Aufgrund einer ähnlichen Vorgehensweise wird vermutet, dass es sich bei allen Anschlägen um denselben Täter handeln könnte.

rp-online.de v. 25.5.18 u. wn.de v. 26.5.18

Mehrere Taxifahrer wurden gegen Mitternacht am Essener Hauptbahnhof von einem 44-jährigen Mann rassistisch beleidigt und massiv bedroht. Bei seiner Festnahme durch Bundespolizisten wehrte sich der Mann mit Faustschlägen, Fußtritten und Bissattacken. Ein Beamter musste mit einer Verletzung am Arm in einem Krankenhaus behandelt werden.

PM Polizei v. 21.5.18

Auf das erst vor wenigen Wochen eröffnete Lebensmittelgeschäft eines Syrers ist in der Nacht zu Montag ein Brandanschlag verübt worden. Bislang unbekannte Täter schlugen eine Scheibe ein und setzten an zwei verschiedenen Stellen Regale in Brand. Rauchmelder hatten die Bewohner des viergeschossigen Mietshauses alarmiert. Ein elfjähriges Mädchen musste mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Anfang des Monats hatten Unbekannte auf eine Infotafel vor dem Geschäft das Wort „Islamisierung“ geklebt.

wp.de v. 14.5.18, ksta.de v. 15.5.18

Am späten Nachmittag griff ein stark alkoholisierter Mann einen 34-jährigen Dortmunder und seine 21-jährige Freundin an: Er beleidigte sie rassistisch, zeigte den Hitlergruß, drohte mit einem Messer und Prügel. Dann schlug er die junge Frau ins Gesicht. Die alarmierte Polizei konnte den Täter noch vor Ort festnehmen.

PM Polizei v. 14.5.18

Am Abend kam es in Essen-Steele vor einer Rock 'n' Roll Bar zu einer Schlägerei, nachdem Mitglieder der rechten Gruppierung "Eltern gegen Gewalt" Streit gesucht hatten und sich gewaltsam Zutritt zur Gaststätte verschaffen wollten. Die alarmierte Polizei wurde laut Bündnis „Essen stellt sich quer“ ebenfalls angegriffen und musste sich mit Pfefferspray und Hunden gegen die Angreifer wehren.

PM Bündnis Essen stellt sich quer v. 22.4.18 u. waz v. 20.4.18

Am Abend wurden drei Männer am Dortmund-Ems-Kanal von einer Gruppe Rechtsextremer zunächst rassistisch beleidigt und dann angegriffenen. Als die drei Männer zu flüchten versuchten, wurden sie von den teils mit Stöcken bewaffneten Angreifern verfolgt. Nach Zeugenaussagen stürzte einer der drei Verfolgten und wurde geschlagen und getreten. Die alarmierte Polizei nahm vier Männer im Alter von 18 bis 23 als Hauptverdächtige in Gewahrsam.

PM Polizei u. WAZ v. 20.4.18

Bei einer Kundgebung des rechten Spektrums in Köln schlug eine prominente Rednerin einen Gegendemonstranten ins Gesicht. Die Täterin rechtfertigte sich via Facebook, sie habe im Affekt auf eine Beleidigung mit einer Ohrfeige reagiert. Gegen sie wurde Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.

ksta.de v. 14.4.17

Am Samstagabend wurde ein 26-Jähriger Mann aus Afghanistan von drei bislang unbekannten Männern geschlagen, gewürgt und rassistisch beschimpft. Nach Angaben des Betroffenen wurde er unter einem Vorwand in ein nahegelegenes Waldstück gelockt und dort geschlagen und mit einem Kabel gewürgt worden. Ein Passant entdeckte den Verletzten, alarmierte die Polizei und erstattete später Anzeige. Der polizeiliche Staatsschutz nahm Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung auf.

ksta.de, rundschau-online.de u. express.de v. 19.2.18

Im Ortsteil Meggen steckten Unbekannte das Holztor eines leerstehenden türkischen Lebensmittelgeschäfts mit Brandbeschleuniger in Brand. Die alarmierte Feuerwehr konnte das Feuer zum Glück schnell löschen, sodass die Bewohner_innen des Mehrfamilienhauses unverletzt blieben. Die Polizei schließt nach ersten Ermittlungen einen „fremdenfeindlichen Hintergrund“ nicht aus, da eine Woche vor der Brandstiftung rechtsextreme Parolen und Symbole an der Fassade des Hauses festgestellt wurden und das Haus von einer syrischen Familie und einem türkeistämmigen Mann bewohnt wird.

PM Polizei v. 28.1.18, lokalplus.nrw v. 30.1.18

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