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Chronik der Gewalt

Wir dokumentieren nachfolgend rechte, rassistische und antisemitische Gewalt, Bedrohungen und Einschüchterungsversuche in NRW. Die Liste beruht ausschließlich auf öffentlich zugängliche Meldungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

In der Nacht zu Montag wurde ein 28-jähriger Mann, der in Bielefeld Freunde besuchte, in einem Park von einer fünfköpfigen Gruppe junger Männer erst rassistisch und homofeindlich beleidigt und dann geschlagen und getreten. Der Angegriffene erlitt Gesichtsverletzungen und Prellungen am ganzen Körper. Der polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen in dem Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Twitter.com Antifainfo Bielefeld v. 17.8.20 u. PM Polizei v. 20.8.20

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Rommerskirchen ein Brandanschlag verübt. Zum Glück konnten alle Bewohner*innen unverletzt aus dem Haus flüchten. Durch das offenbar in einem Container gelegte Feuer wurden die Räumlichkeiten unbewohnbar. Tatverdächtigt wird ein 21-Jähriger, der sich zuvor mit einer Bewohnerin des Hauses gestritten, diese bedroht und rassistisch beleidigt hatte.

PM Polizei u. wz.de v. 17.8.20

Zwei Schwarze wurden am frühen Abend in Erkelenz rassistisch beleidigt, angegriffen und leicht verletzt. Die beiden jungen Männer (23 und 26 Jahre) wurden von einer fünf- bis siebenköpfigen Gruppe erst bedrängt und beleidigt. Als sie versuchten, sich der Situation zu entziehen, wurden sie körperlich attackiert. In Tatortnähe nahm die Polizei zwei tatverdächtige Erkelenzer im Alter von 21 und 23 Jahren vorläufig fest.

PM Polizei v. 7.8.20

Ein schwarzer Essener wurde am Abend von zwei Männern attackiert und mehrfach rassistisch beleidigt. Eine Zeugin rief den Notruf als sie beobachtete, wie zwei Männer dem 24-Jährigen hinterherliefen und beleidigten. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf und sucht nach den 35 bis 40 Jahre alten Angreifern,

PM Polizei v. 3.8.20

In der Nacht haben Unbekannte versucht, die Schaufensterscheibe einer Flüchtlingsberatungsstelle in Oberhausen einzuschlagen. Dabei ging aber nur die äußere Scheibe der Doppelverglasung zu Bruch. Da sich hinter der Scheibe eine Zeichnung befand, schließt die Polizei einen „fremdenfeindlichen“ Hintergrund nicht aus und schaltete den polizeilichen Staatsschutz ein.

PM Polizei v. 24.7.20 u. ruhr24.de v. 25.7.20

Auf das Auto eines Kioskbesitzers in Köln wurde am frühen Morgen ein mutmaßlich rassistisch motivierter Brandanschlag verübt. Die Tat wurde durch eine Videokamera aufgezeichnet und zeigt einen älteren Mann, der das neben dem Kiosk parkende Auto in Brand setzt. Der Tatverdächtige ist ein ehemaliger Kunde, dem Hausverbot erteilt worden war und der mehrfach durch rassistische Sprüche und Drohungen aufgefallen sein soll. Gegen den polizeibekannten Mann wurde ein Strafverfahren wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung eingeleitet.

express.de v. 23.7.20 u. perspektive-online.net v. 11.8.20

Nach Informationen eines Rechtsanwaltes wurden am Morgen eine junge schwarze Wuppertalerin und ihr einjähriges Kind bei dem Besuch einer Familie in Düsseldorf-Rath angegriffen. Die junge Frau wurde im Hausflur von einer Bewohnerin massiv rassistisch beschimpft und körperlich angegriffen. Sie hatte ihr Baby auf dem Rücken geschnallt und wurde erst mit dem Rücken gegen die Wand geschubst. Dann wurde ihr Baby gezielt und so massiv mit Pfefferspray besprüht, dass ein Krankenwagen gerufen werden musste. Die Angreiferin soll zuvor bereits mehrmals andere Hausbewohner*innen rassistisch attackiert haben.

Twitter.com/Blaise-Francis5 v. 17.7.20

Gegen Mittag wurde ein 21-Jähriger in der Innenstadt auf offener Straße angegriffen. Zwei unbekannte Männer pöbelten ihn mit rassistischen Sprüchen an und schlugen ihm so massiv auf den Hinterkopf, dass er zu Boden fiel. Er musste sich aufgrund seiner Verletzungen im Krankenhaus ambulant behandeln lassen. Von dort informierte er die Polizei. Die Angreifer hatten nach der Tat unerkannt flüchten können

derwesten.de u. come-on.de v. 17.6.20

Drei junge Männer im Alter von 25, 26 und 27 Jahren wurden in der Nacht an einer Tankstelle rassistisch beschimpft und mit einer Waffe bedroht. Sie alarmierten die Polizei, die den 34-jährigen Angreifer noch in der Nähe des Tatortes festnehmen konnte. Bei der Waffe, so stellte sich heraus, handelte es sich um eine täuschend echt aussehende Gaspistole. Der Angreifer war der Polizei bereits wegen anderer Gewaltdelikte und rassistischer Beleidigungen bekannt. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden mehrere Waffen und rechtsextremes Propagandamaterial sichergestellt.

Radio Essen u. lokalkompass.de v. 17.6.20

Nach einem Gruß zum Zuckerfest auf seiner Facebook-Seite hat der Wuppertaler SPD-Politiker Helge Lindh eine Morddrohung aus dem rechtsextremen Spektrum erhalten. Der Bundestagsabgeordnete informierte die zuständigen Stellen im Bundeskriminalamt und den Staatsschutz der Polizei NRW und positionierte sich in einer Pressemitteilung deutlich gegen die Bedrohungen. Bereits zuvor habe er einmal infolge einer Bundestagsrede gegen rechte Plattformen eine Welle von hasserfüllten Nachrichten und persönlichen Anrufen erlebt.

wz.de v. 27.5.20, wuppertaler-rundschau.de v. 30.5.20

In der Nacht zu Samstag wurde ein kleinwüchsiger Kurde in der Dortmunder Innenstadt getötet. Der nur 1,42 Meter große 43-Jährige wurde von einem mutmaßlichen Anhänger der türkisch-rechtsextremen Organisation „Graue Wölfe“ angegriffen. Laut Aussage eines Zeugen habe der Angreifer mehrfach auf den Mann eingetreten, auch als dieser bereits auf dem Boden lag. Der 43-Jährige verstarb noch am Tatort. Der Bruder des Getöteten berichtete, dass der Täter seinen Bruder wegen dessen Kleinwüchsigkeit des Öfteren schikaniert habe. Im Zuge ihrer Ermittlungen will die Staatsanwaltschaft klären, welche Motive der Tat zugrunde lagen

jungewelt.de u. derwesten.de v. 20.5.20

In der Nacht zu Samstag bewarfen Unbekannte eine Moschee der DITIB in Köln-Chorweiler und ein Verwaltungsgebäude der DITIB in Köln-Ehrenfeld mit Steinen. Mehrere Fensterscheiben und die Glasscheibe einer Eingangstür wurden beschädigt. Aufnahmen der Videokamera der Moschee in Chorweiler zeigen zwei Männer, die den Eingangsbereich mit Steinen bewerfen, einer der Angreifer soll die Tat mit dem Smartphone gefilmt haben.

chorweiler-panorama.de v. 9.5.20, ksta.de v. 12.5.20

Zwei Journalisten des WDR wurden am Samstag bei einer nicht erlaubten Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in der Dortmunder Innenstadt angegriffen. Ein stadtbekannter Rechtsextremist schlug einem der WDR-Reporter die Videokamera aus der Hand, die daraufhin den Kollegen des Reporters am Kopf traf und diesen leicht verletzte. Der 23-jährige Angreifer wurde von der Polizei festgenommen und abgeführt. Die beiden Journalisten erstatteten Anzeige.

djv-nrw.de v. 10.5.20, kurt.digital v. 13.5.20

Ein 45-jähriger Dortmunder, der am Sonntagvormittag Geld an einem Bankautomaten abheben wollte, wurde in der Filiale von einem Mann rassistisch beleidigt und mit einem Messer bedroht. Der Angreifer forderte Bargeld und es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Als eine Zeugin einschritt, flüchtete der Angreifer ohne Beute. Der 45-Jährige blieb zum Glück unverletzt.

PM Polizei v. 4.5.20

Unbekannte verübten einen Brandanschlag auf ein ehemaliges Kurheim, in dem demnächst Geflüchtete untergebracht werden sollten, die besonders durch das Coronavirus gefährdet sind. An der Eingangstür hinterließen sie den Schriftzug „Keine Asylanten“. Die alarmierte Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen, so dass nur geringer Sachschaden am Gebäude entstand. Die Ermittlungsbehörden gehen von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

PM Polizei u. lz.de v. 14.4.20

Gegen sechs Uhr am Donnerstagmorgen wurde die Feuerwehr wegen eines Brandes im alten Bahnhofsgebäude alarmiert, das als kommunale Unterkunft für Geflüchtete in Olpe dient. Ein 75-jähriger Mieter musste zunächst vor Ort versorgt und anschließend leichtverletzt mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die fünf im Gebäude wohnenden jungen Geflüchteten blieben unverletzt. Der Brand war nach ca. drei Stunden gelöscht. Brandermittler gehen von einer Brandstiftung aus. Der Hagener polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen ist.

PM Polizei u. siegener-zeitung.de v. 9.4.20

Die Kreissprecherin der oberbergischen Linken erhielt eine Morddrohung per Post. Der handgeschriebene Brief wurde an ihre Privatadresse geschickt und war aufgrund der verwendeten Kürzel und Bezüge zum sog. NSU eindeutig der rechtsextremen Szene zuzuordnen. Bei der Polizei wurde Anzeige erstattet.

oberberg-aktuell.de v. 13./19.3.20

Am Donnerstagabend wurde eine 20-jährige Muslimin von einem unbekannten älteren Mann islamfeindlich beleidigt und bespuckt. Der Unbekannte soll zudem versucht haben, der Studentin das Kopftuch herunterzureißen. Die junge Frau war nach einer Veranstaltung auf dem Weg zu ihrem Auto, als der Angreifer ihr den Weg zum Auto versperrte und sie nicht durchlassen wollte. Sie erstattete Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung.

islamiq.de v. 6.3.20

Am frühen Sonntagabend wurden ein 40-jähriger Mann und sein 17 Jahre alter Sohn Im Südostviertel erst rassistisch beleidigt und dann körperlich angegriffen. Der 22-jährige Täter schlug unvermittelt mit Fäusten auf den Vater ein, auch als dieser schon am Boden lag. Als der Sohn seinem Vater helfen wollte, wurde er ebenfalls von dem Angreifer verletzt. Aufmerksame Passanten eilten den beiden zu Hilfe und konnten die Gewalt stoppen. Vater und Sohn mussten im Krankenhaus ambulant behandelt werden.

1.wdr.de v. 2.3.20 u. radioessen.de v. 3.3.20

Auf eine kommunale Unterkunft für Geflüchtete wurde ein Brandanschlag verübt. In der Nacht gegen 3:50 Uhr entdeckten Bewohner*innen ein Feuer vor einem Fenster der Einrichtung. Die Bewohner*innen konnten das Feuer löschen. Ein 43-Jähriger erlitt dabei leichte Brandverletzungen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und schaltete den polizeilichen Staatsschutz wegen eines möglichen politischen Tathintergrundes ein.

PM Polizei u. wa.de v. 19.2.20

Ein 57-jähriger Mann, der am frühen Abend mit seiner Freundin in Soest spazieren ging, wurde von einem Unbekannten wegen seiner vermeintlichen Herkunft erst verbal attackiert und dann mit einem Totschläger bedroht. Nach den rassistischen Sprüchen versuchte der Angegriffene die Situation mit einem Scherz zu entspannen. Daraufhin holte der etwa 20 bis 25 Jahre alte Angreifer einen Totschläger hervor und wedelte damit herum. Der Begleiter des Angreifers beruhigte ihn. Beide Männer entfernten sich daraufhin unerkannt.

PM Polizei u. soester-anzeiger.de v. 17.2.20

Am Mittwoch und Donnerstag erhielten Moscheen in Essen, Hagen, Unna und Bielefeld über E-Mails Bombendrohungen.  Dabei soll es sich um inhaltlich ähnliche Drohungen mit rechtsextremen und islamfeindlichen Hintergrund gehandelt haben. In allen vier Fällen wurden die Gebäude weiträumig abgesperrt und mit Spürhunden durchsucht. Verdächtiges wurde nicht gefunden. Angesichts der Vielzahl von Drohungen gegen Moscheen auch im letzten Jahr mahnten Islamverbände und mehrere Politiker*innen mehr Schutz sowie mehr Engagement gegen Islamfeindlichkeit an.

ksta.de u. tagesspiegel.de v. 13.2.20, domradio.de v. 15.2.20

Ein 48-jähriger Bottroper wurde am Mittag auf dem Vorplatz des Essener Hauptbahnhofs von einem 39-Jährigen erst rassistisch beleidigt und dann mit einem Küchenmesser bedroht. Nachdem der Bottroper beruhigend auf den Angreifer einzureden versucht hatte, entfernte sich der Angreifer in Richtung Hauptbahnhof, wo er schließlich von der Bundespolizei in Gewahrsam genommen wurde.

Waz.de v. 31.1.20

Ein Schwarzer wurde in der Nacht am Essener Hauptbahnhof von zwei Männern erst aus dem Zug gestoßen und dann rassistisch beleidigt und mit Faustschlägen verletzt. Der Angriff auf den 29-Jährigen wurde erst im August öffentlich bekannt als die Polizei mit einem Foto nach den Tätern fahndete. Die Tat war von einer Videokamera gefilmt worden. Die Fotos zeigen zwei Männer mit Fanschals von Fußballvereinen, die am Tag zuvor gegeneinander gespielt hatten.

PM Polizei v. 5.8.20, express.de v. 6.8.20

Ein Mitglied der Linken im Euskirchener Kreistag wurde am Mittwochabend in einer Sprachnachricht über den Messangerdienst WhatsApp mit dem Tode bedroht. Mit künstlich verzerrter Stimme wurde darin von einer NS-Zukunft in Deutschland fantasiert und Beleidigungen und Morddrohungen ausgestoßen. Der Betroffene war bereits 2015 bedroht worden. Damals wurde ihm eine Todesanzeige mit seinem Namen zugesandt.

ksta.de u. landespressedienst.de v. 23.1.20

Nach einer Demonstration gegen einen rechten Aufmarsch in Essen-Steele und dem nachfolgenden Treffen von „Aufstehen gegen Rassismus“ wurden Teilnehmende auf dem Weg zum S-Bahnhof mehrfach angepöbelt. Am Gleis wurde einer der Teilnehmer gefragt, ob er „links“ sei, was dieser bejahte. Daraufhin wurde ihm ins Gesicht geschlagen und erklärt, dass er froh sein könne noch so jung zu sein, weil ihm sonst schlimmeres passiert wäre. Der Betroffene erstattete kurz darauf Anzeige wegen Körperverletzung bei der Bundespolizei im Essener Hauptbahnhof.

PM Aufstehen gegen Rassismus v. 21.1.20, waz.de v. 22.1.20

In der Nacht warfen Unbekannte Steine auf eine Moschee in Finnentrop. Dabei gingen mehrere Scheiben zu Bruch und die Fassade wurde beschädigt. Verletzt wurde zum Glück niemand. Die unbekannten Täter flüchteten nach wenigen Augenblicken und konnten trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen der Polizei nicht ermittelt werden.

PM Polizei v. 13.1.20

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