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Chronik der Gewalt

Wir dokumentieren nachfolgend rechte, rassistische und antisemitische Gewalt, Bedrohungen und Einschüchterungsversuche in NRW. Die Liste beruht ausschließlich auf öffentlich zugängliche Meldungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

In der Nacht zu Samstag bewarfen Unbekannte eine Moschee der DITIB in Köln-Chorweiler und ein Verwaltungsgebäude der DITIB in Köln-Ehrenfeld mit Steinen. Mehrere Fensterscheiben und die Glasscheibe einer Eingangstür wurden beschädigt. Aufnahmen der Videokamera der Moschee in Chorweiler zeigen zwei Männer, die den Eingangsbereich mit Steinen bewerfen, einer der Angreifer soll die Tat mit dem Smartphone gefilmt haben.

chorweiler-panorama.de v. 9.5.20, ksta.de v. 12.5.20

Zwei Journalisten des WDR wurden am Samstag bei einer nicht erlaubten Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in der Dortmunder Innenstadt angegriffen. Ein stadtbekannter Rechtsextremist schlug einem der WDR-Reporter die Videokamera aus der Hand, die daraufhin den Kollegen des Reporters am Kopf traf und diesen leicht verletzte. Der 23-jährige Angreifer wurde von der Polizei festgenommen und abgeführt. Die beiden Journalisten erstatteten Anzeige.

djv-nrw.de v. 10.5.20, kurt.digital v. 13.5.20

Ein 45-jähriger Dortmunder, der am Sonntagvormittag Geld an einem Bankautomaten abheben wollte, wurde in der Filiale von einem Mann rassistisch beleidigt und mit einem Messer bedroht. Der Angreifer forderte Bargeld und es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Als eine Zeugin einschritt, flüchtete der Angreifer ohne Beute. Der 45-Jährige blieb zum Glück unverletzt.

PM Polizei v. 4.5.20

Unbekannte verübten einen Brandanschlag auf ein ehemaliges Kurheim, in dem demnächst Geflüchtete untergebracht werden sollten, die besonders durch das Coronavirus gefährdet sind. An der Eingangstür hinterließen sie den Schriftzug „Keine Asylanten“. Die alarmierte Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen, so dass nur geringer Sachschaden am Gebäude entstand. Die Ermittlungsbehörden gehen von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

PM Polizei u. lz.de v. 14.4.20

Gegen sechs Uhr am Donnerstagmorgen wurde die Feuerwehr wegen eines Brandes im alten Bahnhofsgebäude alarmiert, das als kommunale Unterkunft für Geflüchtete in Olpe dient. Ein 75-jähriger Mieter musste zunächst vor Ort versorgt und anschließend leichtverletzt mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die fünf im Gebäude wohnenden jungen Geflüchteten blieben unverletzt. Der Brand war nach ca. drei Stunden gelöscht. Brandermittler gehen von einer Brandstiftung aus. Der Hagener polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen ist.

PM Polizei u. siegener-zeitung.de v. 9.4.20

Die Kreissprecherin der oberbergischen Linken erhielt eine Morddrohung per Post. Der handgeschriebene Brief wurde an ihre Privatadresse geschickt und war aufgrund der verwendeten Kürzel und Bezüge zum sog. NSU eindeutig der rechtsextremen Szene zuzuordnen. Bei der Polizei wurde Anzeige erstattet.

oberberg-aktuell.de v. 13./19.3.20

Am Donnerstagabend wurde eine 20-jährige Muslimin von einem unbekannten älteren Mann islamfeindlich beleidigt und bespuckt. Der Unbekannte soll zudem versucht haben, der Studentin das Kopftuch herunterzureißen. Die junge Frau war nach einer Veranstaltung auf dem Weg zu ihrem Auto, als der Angreifer ihr den Weg zum Auto versperrte und sie nicht durchlassen wollte. Sie erstattete Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung.

islamiq.de v. 6.3.20

Am frühen Sonntagabend wurden ein 40-jähriger Mann und sein 17 Jahre alter Sohn Im Südostviertel erst rassistisch beleidigt und dann körperlich angegriffen. Der 22-jährige Täter schlug unvermittelt mit Fäusten auf den Vater ein, auch als dieser schon am Boden lag. Als der Sohn seinem Vater helfen wollte, wurde er ebenfalls von dem Angreifer verletzt. Aufmerksame Passanten eilten den beiden zu Hilfe und konnten die Gewalt stoppen. Vater und Sohn mussten im Krankenhaus ambulant behandelt werden.

1.wdr.de v. 2.3.20 u. radioessen.de v. 3.3.20

Auf eine kommunale Unterkunft für Geflüchtete wurde ein Brandanschlag verübt. In der Nacht gegen 3:50 Uhr entdeckten Bewohner*innen ein Feuer vor einem Fenster der Einrichtung. Die Bewohner*innen konnten das Feuer löschen. Ein 43-Jähriger erlitt dabei leichte Brandverletzungen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und schaltete den polizeilichen Staatsschutz wegen eines möglichen politischen Tathintergrundes ein.

PM Polizei u. wa.de v. 19.2.20

Ein 57-jähriger Mann, der am frühen Abend mit seiner Freundin in Soest spazieren ging, wurde von einem Unbekannten wegen seiner vermeintlichen Herkunft erst verbal attackiert und dann mit einem Totschläger bedroht. Nach den rassistischen Sprüchen versuchte der Angegriffene die Situation mit einem Scherz zu entspannen. Daraufhin holte der etwa 20 bis 25 Jahre alte Angreifer einen Totschläger hervor und wedelte damit herum. Der Begleiter des Angreifers beruhigte ihn. Beide Männer entfernten sich daraufhin unerkannt.

PM Polizei u. soester-anzeiger.de v. 17.2.20

Am Mittwoch und Donnerstag erhielten Moscheen in Essen, Hagen, Unna und Bielefeld über E-Mails Bombendrohungen.  Dabei soll es sich um inhaltlich ähnliche Drohungen mit rechtsextremen und islamfeindlichen Hintergrund gehandelt haben. In allen vier Fällen wurden die Gebäude weiträumig abgesperrt und mit Spürhunden durchsucht. Verdächtiges wurde nicht gefunden. Angesichts der Vielzahl von Drohungen gegen Moscheen auch im letzten Jahr mahnten Islamverbände und mehrere Politiker*innen mehr Schutz sowie mehr Engagement gegen Islamfeindlichkeit an.

ksta.de u. tagesspiegel.de v. 13.2.20, domradio.de v. 15.2.20

Ein 48-jähriger Bottroper wurde am Mittag auf dem Vorplatz des Essener Hauptbahnhofs von einem 39-Jährigen erst rassistisch beleidigt und dann mit einem Küchenmesser bedroht. Nachdem der Bottroper beruhigend auf den Angreifer einzureden versucht hatte, entfernte sich der Angreifer in Richtung Hauptbahnhof, wo er schließlich von der Bundespolizei in Gewahrsam genommen wurde.

Waz.de v. 31.1.20

Ein Mitglied der Linken im Euskirchener Kreistag wurde am Mittwochabend in einer Sprachnachricht über den Messangerdienst WhatsApp mit dem Tode bedroht. Mit künstlich verzerrter Stimme wurde darin von einer NS-Zukunft in Deutschland fantasiert und Beleidigungen und Morddrohungen ausgestoßen. Der Betroffene war bereits 2015 bedroht worden. Damals wurde ihm eine Todesanzeige mit seinem Namen zugesandt.

ksta.de u. landespressedienst.de v. 23.1.20

Nach einer Demonstration gegen einen rechten Aufmarsch in Essen-Steele und dem nachfolgenden Treffen von „Aufstehen gegen Rassismus“ wurden Teilnehmende auf dem Weg zum S-Bahnhof mehrfach angepöbelt. Am Gleis wurde einer der Teilnehmer gefragt, ob er „links“ sei, was dieser bejahte. Daraufhin wurde ihm ins Gesicht geschlagen und erklärt, dass er froh sein könne noch so jung zu sein, weil ihm sonst schlimmeres passiert wäre. Der Betroffene erstattete kurz darauf Anzeige wegen Körperverletzung bei der Bundespolizei im Essener Hauptbahnhof.

PM Aufstehen gegen Rassismus v. 21.1.20, waz.de v. 22.1.20

In der Nacht warfen Unbekannte Steine auf eine Moschee in Finnentrop. Dabei gingen mehrere Scheiben zu Bruch und die Fassade wurde beschädigt. Verletzt wurde zum Glück niemand. Die unbekannten Täter flüchteten nach wenigen Augenblicken und konnten trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen der Polizei nicht ermittelt werden.

PM Polizei v. 13.1.20

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