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Chronik der Gewalt

Wir dokumentieren nachfolgend rechte, rassistische und antisemitische Gewalt, Bedrohungen und Einschüchterungsversuche in NRW. Die Liste beruht ausschließlich auf öffentlich zugängliche Meldungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

In der Nacht zu Freitag wurde in einer Unterkunft für Geflüchtete in Lemgo ein Feuer gelegt. Laut Polizei steckten Unbekannte im unbewohnten Erdgeschoss des ehemaligen Hotels eine Matratze in Brand. Die Bewohner_innen, die in den oberen Etagen schliefen, wurden durch einen Brandmelder geweckt. Ein 26 Jahre alter Bewohner löschte das Feuer und musste später wegen einer leichten Rauchgasvergiftung im Krankenhaus behandelt werden.

WDR, lz.de u. rp-online.de v. 23.6.17

Ein unbekannter Mann zerstörte in den frühen Morgenstunden mehrere Scheiben einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt in Remscheid-Lennep. Die Einrichtung, in der unter anderem Deutschkurse für Geflüchtete stattfinden, war bereits vor Wochen in ähnlicher Weise attackiert worden. Wegen einer Serie von Sachbeschädigungen an Einrichtungen, die sich für Geflüchtete engagieren, vermuten Betroffene und Polizei auch in diesem Fall ein rechtes Tatmotiv.

WDR v. 11.6.17 u. PM Polizei v. 12.6.17

Bei einer Kundgebung gegen eine Lesung von Thilo Sarrazin in einem Lokal in Düsseldorf wurden zwei Gegendemonstant_innen von einem Teilnehmer der Lesung mit Pfefferspray angegriffen. Eine verletzte Frau musste nach Angaben der Initiative „Düsseldorf stellt sich quer“ im Rettungswagen behandelt werden.

duesseldorf-stellt-sich-quer.de v. 19.5.17

Zwischen Freitag und Dienstag beschossen Unbekannte das Parteibüro der Linken in Bottrop mit Stahlkugeln, möglicherweise mit einer Zwille oder Softairpistole. Ein Rollladen wurde durchschlagen und eine Scheibe beschädigt. Das Büro war zum Zeitpunkt des Angriffs nicht besetzt.

Ksta.de v. 26.4.17

Nach dem Verfassungsreferendum in der Türkei versammelten sich Erdogan-Anhänger_innen vor dem Alevitischen Kulturverein in Remscheid und beschimpften und bedrohten laut Alevitischer Gemeinde Besucher_innen der Einrichtung. Dass es nicht zu Gewalt gekommen sei, sei dem besonnenen Verhalten der Besucher_innen zu verdanken, sagte eine Vertreterin der Aleviten. „Sie haben auf die Pöbeleien nicht reagiert.“ Mehrere Politiker_innen bekundeten ihre Solidarität mit der Gemeinde.

1.wdr.de, rga.de, rp-online.de v. 18.4.17

Am Ostersonntag drangen zwei Männer gegen 14 Uhr in eine Unterkunft für Geflüchtete im Ortsteil Oedekoven ein und beleidigten und bedrohten die anwesenden Bewohner_innen. Laut Zeug_innen habe einer der Männer dabei auch ein Messer gezeigt. Die alarmierte Polizei nahm später zwei Tatverdächtige (25 und 38 Jahre) fest. Dabei handelte es sich um zwei Häftlinge aus der Justizvollzugsanstalt Euskirchen, die im offenen Vollzug sind und Hafturlaub hatten.

general-anzeiger-bonn.de v. 18.4.17, rundschau-online.de v. 19.4.17

In der Nacht von Samstag auf Sonntag provozierten nach Zeugenaussagen fünf Neonazis eine Gruppe türkeistämmiger Jugendlicher im Stadtteil Dorstfeld. Die zunächst verbale Auseinandersetzung entwickelte sich dann zu einer Schlägerei, bei der u.a. Pfefferspray, Messer, Ketten und Holzlatten eingesetzt wurden. Die Neonazis erhielten im Verlauf der Auseinandersetzung Unterstützung von ca. zehn weiteren Personen. Diese griffen auch die eintreffende Polizei an, die daraufhin Pfefferspray und Schlagstock einsetzte. Mehrere der rechten Angreifer wurden in Polizeigewahrsam genommen.

PM Polizei u. blog.zeit.de v. 9.4.17

Unbekannte beschossen in der Nacht zu Sonntag ein von Geflüchteten bewohntes Haus im Stadtteil Walberberg mit mehreren kleinen Stahlkugeln. Die mit einer Schleuder oder ähnlichem Gerät abgeschossenen Kugeln trafen ein Fenster und einen Rollladen. Von den Bewohner_innen wurde zum Glück niemand verletzt. Laut Polizei haben die Bewohner_innen vor dem Haus keine verdächtigen Personen entdecken können.

general-anzeiger-bonn.de u. focus.de v. 3.4.17

Ein 14-jähriges syrisches Mädchen wurde am Montagmittag an einer Bushaltestelle von zwei Männern zu Boden geschubst, getreten und leicht verletzt. Die zwei Angreifer hatten zuvor auf das Kopftuch der Schülerin gezeigt und gefragt, ob sie muslimischen Glaubens sei. Als zwei Passant_innen dem Mädchen zu Hilfe kamen, flüchteten die Angreifer unerkannt.

PM Polizei v. 21.3.17

Zwei offensichtlich betrunkene Männer im Alter von 22 und 29 Jahren versuchten am späten Abend, eine Geflüchtetenunterkunft im Stadtteil Geisweid in Brand zu setzen. Nach Zeugenaussagen waren die Männer laut skandierend in Richtung der Unterkunft gegangen und hatten versucht, mit Hilfe eines Feuerzeuges und einer Spraydose eine vor dem Fenster stehende Mülltonne anzuzünden. Beide Täter sollen die Tat gestanden haben.

siegener-zeitung.de v. 17.3.17

Ein aus dem Kosovo stammender Rosendahler, der mit seinem Auto an einer Bushaltestell im Ortsteil Osterwick hielt, wurde von einem 50-jährigen Busfahrer aus Dülmen angegriffen. Der Busfahrer schlug den Autofahrer gegen die Schulter, beleidigte ihn und machte volksverhetzende Äußerungen. Zudem deutete er laut Polizei mit einer Handbewegung das Durchschneiden der Kehle an.

PM Polizei v. 10.3.17

In der Nacht wurde ein 29jähriger Politiker („Die Partei“) und Antifaschist überfallen und so schwer verletzt, dass er in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Als Angreifer wurde ein bekannter Neonazi identifiziert. Ein zweiter Tatbeteiligter hielt während des brutalen Überfalls den Begleiter des Angegriffenen fest und hinderte ihn daran zu helfen.

linkes-forum.de u. RGA v. 1.3.17

Am Freitagabend wurden zwei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes vor einer Asylunterkunft in Schwelm angegriffen. Zwei unbekannte Männer (ca. 35 bis 40 Jahre) gaben sich an der Unterkunft als Mitarbeiter der Stadt aus. Als sie nach ihren Ausweisen gefragt wurden, sprühten sie dem Sicherheitspersonal Pfefferspray ins Gesicht. Nach einem Gerangel konnten die beiden Angreifer unerkannt fliehen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurde leicht am Kopf verletzt, der andere erlitt eine Reizung an den Augen

PM Polizei v. 27.2.17

Am frühen Morgen beleidigte ein 33-jähriger Mann einen 21-jährigen Kameruner und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Der Angegriffene erlitt dadurch Prellungen und eine blutende Lippe. Die alarmierte Bundespolizei nahm den 33-jährigen Mann fest, gegen den wegen anderer Straftaten ein Sicherungshaftbefehl vorlag.

PM Polizei v. 16.2.17

In der Nacht zu Sonntag feuerten zwei Männer unmittelbar neben einer Unterkunft für Geflüchtete fünf Schüsse ab. Anschließend betraten sie das Gebäude und schossen mit einer Schreckschusspistole auf einen Bewohner, der unverletzt in ein Zimmer flüchten konnte. Die Polizei nahm in der Nähe der Unterkunft einen 25-Jährigen aus Ahaus und einen 26-Jährigen aus Gescher fest, die beide die Tat gestanden.

Westfälische Nachrichten v. 14.2.17, PM Staatsanwaltschaft und Polizei v. 15.2.17

Eine Gruppe von 13 Kindern und Jugendlichen (12-17 Jahre) brach in ein gerade renoviertes und vor der Eröffnung stehendes Hotel ein, verwüstete die Inneneinrichtung, stahl Einrichtungsgegenstände und beschmierte die Wände u. a. mit Hakenkreuzen und Beleidigungen. Laut Polizei sollen die Kinder und Jugendlichen nicht gewusst haben, dass die Betreiber des Hotels Syrer sind.

WDR v. 14.02.2017, PM Polizei v. 16.2.17

Am Sonntagabend wurde ein dreijähriger Junge aus Syrien von Unbekannten mit einem Luftgewehr angeschossen und erheblich verletzt. Das Kind war mit seinen Eltern zu Besuch bei Bekannten und wurde auf dem Weg vom Auto ins Haus beschossen. Der Hintergrund der Tat ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar, die Mordkommission habe die Ermittlungen aufgenommen.

Rp-online.de u. westfalen-blatt.de v. 7.2.17

Nach Aussage eines Zeugen wurden am Sonntagmorgen zwei bislang unbekannte Personen in einer U-Bahn von einer sechsköpfigen Gruppe junger Männer angegriffen. Als die Polizei eintraf, waren die beiden Opfer, darunter ein Mann, der geschlagen und getreten worden sein soll, bereits ausgestiegen. Drei der Tatverdächtigen gehören laut Polizei zur Dortmunder rechten Szene. Einen rassistischen Hintergrund der Tat schließt die Polizei nicht aus.

Waz.de u. lokalkompass.de v. 6.2.17

Auf eine von rund 25 Geflüchteten bewohnte Unterkunft in Drensteinfurt wurde in der Nacht zu Samstag ein Brandanschlag versucht. Ein Anwohner hatte ein Feuer vor dem Haus bemerkt und den Brand gemeldet. Als die Feuerwehr eintraf, waren die Flammen bereits erloschen. Personen wurden nicht verletzt. Bis auf Rußspuren an der Fassade entstand kein Sachschaden. Aufgrund der Spuren geht die Polizei von einer versuchten schweren Brandstiftung aus.

PM Polizei v. 5.2.17 und wa.de v. 7.2.17

Auf ein bosnisch-islamisches Gemeindezentrum wurde in der Nacht zu Mittwoch ein Brandanschlag verübt. Unbekannte benutzten nach ersten Erkenntnissen Brandbeschleuniger. Die von einem Passanten alarmierte Feuerwehr konnte den im Untergeschoss schlafenden Imam zum Glück unverletzt ins Freie bringen und das Feuer schnell löschen. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes „in alle Richtungen“.

islamiq.de v. 1.2.17 u. westfalen-blatt.de v. 2.2.17

In den ersten sechs Wochen des Jahres erhielten mehrere Reisebüros und Restaurants in der Innenstadt von Moers rassistische Drohbriefe. In einem der handschriftlichen Zettel, der mit "Pro NRW" unterzeichnet war, wurde den Mitarbeitern eines Reisebüros angedroht, dass sie ihres Lebens nicht mehr sicher seien, sollten sie weiter Reisen in die Türkei verkaufen. Ende März durchsuchte die Polizei die Wohnung eines 57-jährigen Tatverdächtigen in Moers und stellte 28 weitere Drohbriefe mit rassistischem Inhalt sicher.

PM Polizei v. 31.3.17, rp-online.de v. 1.4.17

Zwei Besucher_innen des Autonomen Zentrums (AZ) Aachen wurden am späten Abend von zwei männlichen Personen attackiert, die mit Teleskopschlagstöcken bewaffnet waren: Die Besucher_innen wurden von der offensichtlichen Neonazis als „scheiß Zecken“ betitelt und einige Meter verfolgt. Laut AZ kam es in den letzten Monaten mehrere Male zu solchen Angriffsversuchen.

PM des AZ u. linksunten.indymedia.org v. 26.1.17

Im Keller einer Geflüchtetenunterkunft wurden am Donnerstagmittag ein Kinderwagen und Stühle in Brand gesetzt. Die Bewohner_innen konnten das Haus rechtzeitig und unverletzt verlassen. Nach ersten Ermittlungen wird von einer vorsätzlichen Brandstiftung ausgegangen und ein „fremdenfeindliches“ Motiv nicht ausgeschlossen.

WDR u. nw.de v. 6.1.17

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