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Pressemitteilung der Initiative "Keupstraße ist überall" vom 13.11.2016

Die Möllner Rede im Kölner Exil

+ Erinnerung an rassistischen Brandanschlag in Mölln 1992
+ Kölner Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist Doğan Akhanlı hält die Rede

Am 23. November 1992 setzen Neonazis das Haus der Familie Arslan in Mölln in Brand und töteten aus rassistischen Motiven drei Familienmitglieder. Seitdem kämpft die Familie Arslan um ein würdiges Gedenken der Opfer. Ihre jährliche Gedenkrede wurde im Jahr 2013 von der Stadt Mölln aus dem offiziellen Erinnerungsprogramm der Stadt gestrichen.

Die Opfer und Angehörigen wurden damit zu Statist*innen der eigenen Erinnerung degradiert. Ibrahim Arslan, der den Brandanschlag als Siebenjähriger überlebte und dabei drei Familienmitglieder verlor, erklärt dazu: „Es ist doch unser Gedenken. Wir sind nicht die Gäste, sondern die Gastgeber. Wir sind keine Statisten, sondern die Hauptzeugen des Geschehenen.“

Seit 2013 findet die Möllner Rede im Exil statt. Nach Lüneburg, Hamburg und Bremen wird sie in diesem Jahr in Köln von der Initiative ‚Keupstraße ist überall’ und dem Kölner Forum ‚Tribunal NSU-Komplex auflösen‘ ausgerichtet. „Mitglieder der Familie Arslan waren schon häufig in der Kölner Keupstraße zu Gast und haben den Betroffenen des NSU-Nagelbombenanschlags Mut zugesprochen, ihre Geschichte zu erzählen. So haben sie starke Bande geschaffen. Deshalb freuen wir uns sehr, dieses Jahr die Möllner Rede gemeinsam zu veranstalten“, so Daniel Poštrak von der Initiative ‚Keupstraße ist überall‘.

Am 20. November wird der in Köln lebende Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist Doğan Akhanlı die „Möllner Rede im Exil“ in der Kölner Kartäuserkirche halten. Für ihn stellt der Möllner Brandanschlag ein prägendes Ereignis dar: „Kurz nachdem ich nach Deutschland kam, wurde der Brandanschlag verübt. Ich trage Mölln seitdem auf meinen Schultern.“

Die jährlich um den Jahrestag des Brandanschlags stattfindende Möllner Rede im Exil thematisiert die Aktualität von Rassismus und versteht sich als kritische Bestandsaufnahme zum gesellschaftlichen Rassismus und Neofaschismus. Ibrahim Arslan dazu: „Wir wollen zeigen, dass Rassismus ein allgemeines Problem ist, von dem jeder betroffen ist.“

Es sprechen Doğan Akhanlı und Mitglieder der Familie Arslan
So 20. November 2016, Kartäuserkirche Köln, 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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